Sonntag, 15. September 2013

Tag 12 +13: Der Alltag kehrt ein

Hier sitz ich also mal wieder, spätabends vor dem Laptop. Heute erwartet euch kein allzu langer Post, denn morgen geht die Uni los und ich hab mir endlich mal vorgenommen früher aufzustehen, sodass ich ohne Hetzerei gemütlich frühstücken, mich anziehen und gelegentlich wieder umziehen kann ohne verspätet außer Haus zu gehen. Mal sehen ob es mir gelingt.. Morgen ist es also soweit. Der erste Tag an einer französischen Uni. Ich bin nervös, irgendwie. Und demotiviert, was mir ein bisschen Sorgen macht, wenn man bedenkt, dass mich hier knapp vier Monate voller Referate, Assignments und Prüfungen erwarten. Aber ja,... allmählich macht sich übrigens auch ein Gefühl von Alltag bei mir breit. Ich sehe nicht mehr alles hier als supertolle Besonderheit an. Im Gegenteil, die Öffis beginnen mich zum Beispiel schon jetzt ziemlich zu nerven. Wenn sie gesteckt voll sind könnte ich ausrasten. Zu Beginn meiner Zeit hier, hat mich das eigentlich kaum gestört, jetzt bringt es mich schier zur Verzweiflung. Auch die Tatsache, dass man hier nie alleine ist, immer tausend Menschen um einen rum sind, ist irgendwie ermüdend. Ständig muss man sich vorstellen, erklären woher man kommt, was man hier macht und so weiter und sofort. Aber gut, Paris macht trotzdem immer noch Spaß, ich meine es ist PARIS! Und hier erlebt man auch wirklich tolle Sachen. Eine "tolle Sache" war zum Beispiel der öffi-fahrende Straßenmusiker, der die U-Bahn, die Laura und ich gestern Nacht nahmen, mit wirklich, wirklich toller Musik beschallt hat. Mit E-Gitarre und einer richtig angenehmen Stimme sang er französische Nummern und auch Songs wie "Don't worry be happy". Wenn man die Leute in der U-Bahn ansah, erkannte man lächelnde Gesichter, viele sangen leise mit und ein Großteil gab dem Musiker auch Geld, was mich sehr verwunderte. In einer Stadt wie Wien wüsste man solch ein Talent wahrscheinlich niemals zu schätzen. Und genau das meine ich, es gibt hier viele verborgene Schätze, auf die man in den unerwartetsten Momenten stößt. Das gefällt mir an Paris und das wird sich auch nicht ändern. Zumindest nicht für die nächsten 97 Tage.

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