Mittwoch, 20. November 2013

Tag 77 - 79: Adapting to the Parisian lifestyle

Halli Hallo! Weil ich gerade ein wenig Zeit habe und mich vom Lernen drücken will, kommt heute mal ein Wochenmitte-Update. In den letzten Tagen habe ich mich französischer gefühlt denn je. Montag hatte ich mal wieder frei, allerdings ein paar Sachen für Referate vorzubereiten. Nachmittags wagte ich mich todesmutig und längst überfällig dann endlich zum Frisör in unsrer Straße. Tchip Coiffure ist eine Billig-Frisör-Kette, weshalb ich davon ausging, dass "billig" in Paris "normal" bei uns ist, was das Preisverhältnis angeht. Da hab ich mich allerdings geirrt und staunte nicht schlecht als ich für Waschen, schneiden, färben und gefühlte zehn Haarmasken und drei Spülungen 44 Euro zahlte! Absolutes Schnäppchen! Dafür nahm ich allerdings auch in Kauf, und das dachte ich mir ja bereits, dass kein englisch gesprochen wird. Als die Friseuse die Schere in die Hand nahm, war ich kurz vor der Herzattacke, im Endeffekt ist das Ergebnis aber wirklich okay. Ich bin nie 100% zufrieden, wisst ihr ja ^^ Aber ich kann behaupten, dass ich für den doppelten Preis in Österreich oft schon schlimmer eingefahren bin als hier für läppische 44 Euro. Naja, hätten wir das also auch überlebt. Abends trafen wir uns dann bei drei Internationals aus Peru zum landesspezifischen, peruanischen Dinner, welches aus einer Rindfleisch-Saucen-Pommes (!)-Mischung und Reis bestand. Hört sich komisch an, war aber lecker. Zur Nachspeise gab's sowas wie Pudding, den sie aus einer Art lila-Maiskorn-Mischung gemacht haben. Dieser lila Mais schmeckt ziemlich süß, aber trotz der komischen Farbe natürlich. Gefällt mir! Danach ging's das erste Mal in ein französisches Kino. Wir sahen Cartel (englischer Titel: The Counselor), der ganz neue Hollywood-Blockbuster mit Cameron Diaz, Brad Pitt, Michael Fassbender und Penelope Cruz. Wir sahen in auf englisch mit französischen Untertiteln. Das ist übrigens auch so ne Sache, hier werden alle Werbespots, Filme, Serien was auch immer, die aus dem englischsprachigen sind, nicht synchronisiert sondern mit Untertiteln versehen. Verrückt! Und würde mich auch ziemlich nerven, da immer mitlesen zu müssen aber das  sei nur am Rande erwähnt ^^ Jedenfalls muss ich sagen funktioniert das bereits ganz gut, obwohl der Film eher komplex ist, denke ich ihn recht gut verstanden zu haben. Ich hab dann meist auf englisch zugehört und auch die Untertitel gelesen, was sich teilweise ganz gut ergänzt hat, weil ich zeitweise, wenn ich ein Wort auf englisch nicht kannte, dafür vom Französischen übersetzen konnte. Das nenn' ich mal Multitasking, haha. Ja, nichtsdestotrotz mochte ich den Film nicht sonderlich. Es geht dabei um den Drogenkrieg an der mexikanischen Grenze zu Amerika. Vom Trailer her war ich auf ein bisschen Ballerei eingestellt, was folgte war eine grausliche, furchtbare und einfach wirklich heftige Szene auf die nächste. Zu heftig zeitweise für mich. War dann ehrlich gesagt, auch schon froh, dass der Film nach gut zwei Stunden zu Ende war. Da der Film ja auch bald in Österreich ins Kino kommt, kann ich euch vorab schon sagen, dass Cartel von der Handlung her schon gut ist, weil er ja auch auf den wahren Zuständen beim Drogenkrieg basiert. Wenn man das im Hinterkopf hat, erlebt man den Film auch intensiver, was vielleicht auch der Grund ist, warum mich das ganze ein bisschen fertig gemacht hat.. haha.. Wie auch immer, klar ist auf jeden Fall dass der Film nichts für schwache Nerven ist. Überzeugt euch aber einfach selbst, ich poste hier dann auch mal den Trailer. 
Huch, und was zusätzlich hinzu kam, war ja auch die Tatsache, dass montags ein offensichtlich gestörter Typ in Paris um sich schoss und einen Fotografen in einer Redaktion schwer verletzte. Weiters schoss er bei der Zentrale einer Bank um sich und nahm eine Geisel, die ihn zur Metro-Station Concorde bringen musste. Soweit ich informiert bin, hat die Polizei den Typen trotz Großaufgebot noch nicht gefunden. Etwas beunruhigend also, vor allem wenn man sich dann auch noch einen Film wie Cartel gibt. Aber gut, schlechtes Timing hald.
Dienstag hatte ich in der Früh dann französisch, wo wir passenderweise etwas über die Medienlandschaft lernten. Endlich mal Unterricht, der für mich als "eingefleischte Journalistin" auch echt interessant ist :P Gut auch, dass mein gestriger Tag direkt mit der Landessprache begann, so war ich gleich mal aufgewärmt. Denn abends war ich zu meiner ersten klassischen, französischen Soirée eingeladen. Julia, eine Pariserin, die nur fünf Metro-Stationen von mir entfernt wohnt hat mich und viele andere EBS-Leute zu sich nach Hause eingeladen. Es gab dabei jede Menge Leckereien wie geschnittene Karotten oder Gurken mit Dip, Teigtaschen und Flammkuchen und natürlich jede Menge Wein. Viele brachten auch selbstgebackene Muffins oder Kuchen, Wahnsinn was die für einen Aufwand betrieben haben und umso mehr ärgerlich, dass mein Kaiserschmarrn dank nicht vorhandener Küchenausstattung nichts geworden ist, weshalb ich nur Chips und Erdnussflips anbieten konnte. Gemeinsam schauten wir schließlich auch das WM-Quali-Spiel der Franzosen gegen die Ukraine. Richtig nett also. Vorher hatten wir die Abmachung getroffen, dass ich versuche nur auf französisch zu reden, was mir immense Angst machte aber gleichzeitig musste ich es auch als Chance sehen. Dadurch kann man irrsinnig viel lernen. Deshalb zwang ich mich einfach dazu, das durchzuziehen. Und siehe da, wenn man sich halbwegs bemüht geht es auch. Klar, wenn mal etwas unklar war oder ich nicht verstanden habe, hat man sich mit englisch Abhilfe verschafft, aber im Großen und Ganzen glaub ich schon, dass ich stolz auf mich sein kann. Ich fühle mich jetzt auch nicht mehr ganz so überfordert mit der Sprache und merke auch, dass es echt besser wird. Mittlerweile lese ich auch französische Zeitungen (nur einzelne Artikel, für die ganze fehlen Zeit und Geduld) und schaue französisches Fernsehen. Heut hab ich zum Beispiel das Pendant zu Shopping Queen geschaut haha. Echt cool aber auch schade, wenn man bedenkt, dass ich morgen in einem Monat schon wieder nach Hause fahre. Aber meine neu gewonnen französischen Freunde haben bereits von einer weiteren Party geredet, vor meiner Abreise noch versteht sich! Und wir werden ja auch danach noch in Kontakt bleiben hoffe ich. Nächste Woche gehe ich vielleicht auf ein französisches Afterwork-Treffen mit anderen EBS-Mädels, bin gespannt wie das wird. Hach, so viel dass ich hier noch machen will und so wenig Zeit. Richtig schade.
Ja und jetzt sitz' ich hier. Hatte wieder mal frei heute allerdings viel zu tun, weil morgen Prüfung und eine Präsi, aber ich mach mir da eh nur wenig Sorgen. Am Freitag habe ich wieder eine Präsentation für das Berlin-Business-Project, die letzte vor der großen "final presentation" vor einer Jury. Auf Samstag und Sonntag freu' ich mich dann schon richtig, weil ich einen Trip in die Normandie mit Erasmus gebucht habe. Ich kenne zwar niemanden, der sonst mitfährt aber hoffe doch mal, dass es lustig wird! Yey!

Anbei übrigens noch ein Foto von Sonntag, wo wir beim Chateau de Vincennes waren und am angrenzenden Parc den Schriftzug des Parkes inklusive Paris gefunden haben. Die Paris-Lettern alleine haben wir dementsprechend dann als Fotomotiv "missbraucht" haha.. 






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