Freitag, 4. Oktober 2013

Tag 29 - 33: The floor is yours!

Hallöchen meine allerliebsten Leser,
Woche 5 in Paris ist rum, unglaublich! Ich hab euch in meinem letzten Post ja von der schlecht geplanten Präsentation erzählt, die ich am Montag halten sollte. Nun, das Chaos war erst am selben Tag so richtig perfekt, als sich meine zwei netten Studien-Kollegen aus mir unerfindlichen Gründen nicht meldeten und ich praktisch direkt vor Unterrichtsbeginn in den Murat Campus schlenderte, ohne eine fertige Präsi gesehen zu haben geschweige denn den ganzen Salat mit den anderen noch einmal durchgegangen zu sein. Leicht angepisst und mindestens genauso nervös war ich dann also kurz vor 14 Uhr, als plötzlich einer der beiden französischen Kollegen zu mir kam und mich mit der Frage "Where have you been?" begrüßte. Er meinte irgendwas von einem Meeting und ob ich seine Mail nicht erhalten hätte, was ich offensichtlich nicht hatte. Komisch. Nun denn, jedenfalls teilte er mir auf die gewöhnt gechillte, alles-wird-gut Art und Weise, die manche Franzosen hier an den Tag legen, mit, dass auf meinen Folien zu viel draufsteht, und ich die überflüssigen Infos in die Notizen schmeißen sollte. Fünf Minuten vor Beginn den eigenen Part nicht unerheblich ändern zu müssen hat schon seinen eigenen Reiz, allerdings ist das doch ein Nervenkitzel auf den ich gerne verzichten hätte können. Gerade noch rechtzeitig schaffte ich es dann, die Präsi den Wünschen anzupassen, da begann auch schon die erste Gruppe mit ihrer Darbietung. Na gut, "Darbietung" kann man es nicht wirklich nennen, haben doch die meisten meiner Mitstudenten so gut wie keine Präsentationsskills, wie mir bereits mehrmals auffiel. Nicht, dass ich den österreichischen Standard hervorheben möchte, aber bei uns lernt man zumindest, dass während eines Vortrages ALLE und nicht nur die benotende Person einbezogen werden. Oder, dass man monotones Sprechen vermeiden sollte. Dinge, die hier wohl nicht ganz so geläufig sein dürften. Wenigstens nahm es mir aber ein bisschen Nervosität. Denn wenn ich schon Bullshit rede, dann wenigstens so, dass niemand dabei einschläft (präsentieren habe ich in den letzten Jahren schmerzvoll und mühsam lernen müssen, außerdem habe ich schon zu viele Präsis hinter mir, als dass ich das nicht einigermaßen gut könnte...) Drei weitere Gruppen und drei weitere absolut einschläfernde Vorträge folgten und ich hatte schon darauf spekuliert, dass wir als letzte Gruppe gar nicht mehr drankommen würden. Wäre da nicht das Team vor uns gewesen, das wie durch wundersame Weise nur die halbe Zeit brauchte. Also hieß es kurz vor Schluss doch noch: "The floor is yours". Yippie! Da stand ich also, schlecht vorbereitet wie noch nie, kurz davor eine Präsi in einer Klasse zu halten, von der ich nur ein Viertel überhaupt beim Namen kenne und der Großteil vermutlich noch immer denkt, dass ich aus Australia komme (verflucht sei die ähnliche Aussprache von "Austria" und "Australia"). Wir starteten also mit den ersten Folien und plötzlich hatte ich das Gefühl, dass die Leute aufwachten, ja dass wir fast schon so etwas wie Aufmerksamkeit hatten (lag aber möglicherweise auch nur daran, dass wir kurz vor Unterrichtsende waren und sie sich mental schon aufs Heimgehen vorbereiteten haha). Was ich jedenfalls an dieser Stelle festhalten möchte ist, dass ich trotz schlechten Gefühls und ebenso mieser Vorbereitung dank unvorhersehbarer Umstände doch eine recht gute Präsi hinlegte. Klar, an dem ein oder andren Punkt habe ich improvisiert. Ist aber eigentlich egal, denn die ursprünglichen Folien kannte ja eh keiner. Umgehauen hat mich dann aber die Bewertung des Profs. "It was excellent. THIS was the best presentation today" - war übrigens der gleiche Lektor wie auch beim großen Business-Project und ja, "excellent" dürfte sein Lieblingswort sein. Ich traute meinen Ohren, ob des vielen Lobs gar nicht. Er mochte vor allem unsere Präsentationsskills und dass es nicht "boring" war, was er bei unseren Vorgängern etwa bekritelt hatte. Jedenfalls war das mein Highlight der Woche muss ich sagen. Wenn du ein International bist, ist automatisch alles was du machst super. Das gefällt mir, darum liebe ich Erasmus. Und wegen der Partys natürlich :) Und apropos Party: Gestern waren die Mädels und ich in Bastille feiern. Dieses Viertel hat total viele Bars mit Happy Hours zu denen sogar ich mir das ein oder andere Getränk leisten kann. Das einzig unschöne war die Tatsache, dass ich heute um 8 (!) Unterricht hatte. Aber gut. Erasmus ist nicht zum schlafen da. Morgen kommen jedenfalls bereits meine Mama und meine Schwester zu Besuch, freu mich schon total. Aus diesem Grund werde ich heute auch mal meine Lieblingsorte, Tipps für Essen, feiern, was trinken gehen, shoppen etc. auflisten und auch einen eigenen Blog-Eintrag machen. Werdet ihr dann vermutlich morgen zu lesen kriegen :) AJA und noch etwas gibt's zu berichten! Ich bekomme in meiner Zeitung zuhause eine eigene kleine Rubrik in der ich meine Eindrücke von Paris festhalten darf. Ich freue mich so sehr, dass ich diese Möglichkeit von meinem Chef bekomme! Whoooop! "Mitarbeiterin Nicole berichtet aus Paris" - Wie geil ist das denn? :D

Aber genug erzählt für heute! Zu den Bildern: Dienstag war ich nach der Uni noch auf der Champs Elysees spazieren. Dabei sind die zwei Fotos entstanden. Das dritte haben wir gestern in einer sehr coolen Bar in Bastille gemacht.



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