- Samstag: Früh morgens hatte ich ein Kaffee- (in meinem Fall Kakao-) Date mit zwei Mädels die ebenfalls an der FH St. Pölten studieren, aber an ner andren Uni als ich in Paris sind. Genauer gesagt waren wir im Anticafe, das ist eine Art Co-Working Space wo man nach Zeit bezahlt. Eine Stunde kostet etwa 4 Euro, jede weitere 2 und man bekommt so viel Kaffee, Kakao, Saft etc. wie man nur trinken kann. Ach und auch Snacks wie Kuchen, Madeleines oder auch Knabbergebäck gibt's zur freien Entnahme. Ob sich das wirtschaftlich für die rentiert? Keine Ahnung, cool ist's für uns aber alle mal! Ja, am Abend war dann Party angesagt. Laura und ich luden drei andre Mädels zu uns zum Vorglühen ein und es wurde dank extra starker Bowle ein ziemlich feuchtfröhlicher Abend, genauer gesagt war ich bereits komplett am Ende was den Alkoholspiegel betrifft, bevor wir das Haus überhaupt verlassen hatten haha. Beim angestrebten Club mit dem coolen Namen Wanderlust angelangt mussten wir dann erstmal feststellen, dass so gut wie nichts los war. Wir gingen dennoch hinein, um kurz nachher wieder raus zu gehen (hinterfragt bitte nicht die Logik, wir waren allesamt sehr betrunken) um dann nicht mehr (!) rein zu kommen. Wir stellten uns also in der Schlange an bis uns der Türsteher freundlich darauf hinwies, dass wir da nicht mehr rein kämen, allerdings nicht weil zu viel los war sondern vermutlich weil wir keine Franzosen waren.. Vielleicht lag's aber auch am Alkoholspiegel, ich weiß es nicht. Jedenfalls war es da bereits nach Mitternacht und wir wussten genau was das heißt, denn zu dieser Zeit braucht man wenn man mit mehr als zwei Leuten unterwegs ist gar nicht mehr versuchen irgendwo rein zu kommen. Völlig frustriert verabschiedeten sich also alle. Laura und ich lieferten uns schließlich die dümmste Aktion überhaupt da wir im komplett betrunkenen Zustand von der Metro daheim nochmal zur Champs-Elysees gefahren sind um dort eine italienische Freundin zu treffen. Die war dann aber (welch Wunder) auch nicht da und schrieb nur verwirrte (weil ebenso besoffen) SMS, dass sie in einem Taxi sei, das sie übrigens bis nach Versailles (!) brachte weil der Taxifahrer sie falsch verstanden hatte, wie wir am nächsten Tag erfuhren. Ja das Ende vom Lied war jedenfalls, dass ich mir am Samstag megamäßig einen angesoffen habe, um dann erst recht um kurz nach halb 2 Uhr morgens im Bett zu liegen. FAIL!
- Sonntag: Am darauffolgenden Tag ging's mir dann logischerweise richtig schlecht, von Übelkeit über Müdigkeit und gelegentlichem Kopfweh war so ziemlich alles dabei. Deshalb bestand das Tagesprogramm an diesem Tag auch nur aus Schlafen und Kater auskurieren. Am Abend waren Laura und ich bloß einen Sprung in einem Einkaufscenter bei La Defense, dass wir zumindest irgendwas gemacht haben haha.
- Montag: Da war Gott sei Dank wieder alles gut. Da Laura und zwei andere deutsche Mädels ebenfalls frei hatten, haben wir uns gegen Mittag in Belleville getroffen. Das liegt im 20. arrondissement und ist generell als Immigranten- und Künstlerviertel bekannt. Für mich persönlich war es jetzt nicht die tollste Gegend, auch weil ich mir zeitweise etwas komisch angestarrt vorkam. Aber wenn man jetzt nicht unbedingt allein ist, ist's schon ganz cool. Dort entdeckten wir jedenfalls unter anderem das Geburtshaus von Edith Piaf oder besser gesagt die "Geburtsstufen", denn der Legende zufolge soll sie auf den Stiegen vor dem Haus geboren worden sein. Außerdem genossen wir einen sehr günstigen (2,20 Euro) Kakao in dem wirklich coolen Café "Aux folies". In einer angrenzenden Seitengasse gab es außerdem jede Menge wirklich cooler Streetart zu bewundern. Weiter ging's dann in den Parc de Belleville, von dem man einen recht guten Blick auf ganz Paris von etwas weiter oben werfen kann. Fernab von den vielen Touristen ist das schon recht cool aber wie gesagt, die Gegend ist hald auch nicht unbedingt die allerbeste. Danach fuhren wir ein paar Stationen mit der Metro und kamen zu den vielen kleinen Passagen der Rue Faubourg - Saint Denis. Diese Gegend wird auch "little India" genannt, weil man hier viele indische Geschäfte wie Friseure, Supermärkte oder auch haufenweise Restaurants findet. Ja und abends ging's dann schließlich noch in ein Restaurant bei Saint Michel, eine typische Touristengegend in Paris. Dort genehmigten wir uns ein (halbwegs gutes) Drei-Gänge-Menü um 12 Euro. Generell möchte ich mit dem Essen gehen in Zukunft aber etwas spärlicher sein, da es auf Dauer kostspielig und wirklich schlecht für meine Figur ist.
- Dienstag: War ich hauptsächlich alleine unterwegs. Nachdem ich mir selbst eine kleine Liste zusammengestellt hatte, beschloss ich ein paar Sachen abzuhaken wie etwa die Pont des Arts mit den vielen Liebesschlössern (etwas frustrierend wenn man allein dorthin geht aber gut) oder die nachgebildete Freiheitsstatue von Paris, die bei der Pont de Grenelle ist. Da mir aber trotz strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel ein eisiger Wind um die Ohren wehte, beschloss ich das Programm etwas früher zu beenden und gönnte mir noch einen Mini-Cupcake bei der angeblich besten Cupcakerie Frankreichs bevor ich daheim ankam. Kurze Zeit später sollte ich eigentlich mit der Französin, die ich letzten Dienstag kennen lernte, in einem Musikpub verabredet sein. Leider musste sie aber absagen, sodass nur Laura und ich zum Pub "L'International" fuhren. In der Nähe von Oberkampf gelegen, sind dort viele Nicht-Franzosen bei lockerer Atmosphäre und leistbaren Happy Hour-Drinks. Die Musik selbst war dann auch ziemlich cool. Wir konnten quasi die lokale Musikszene entdecken, was mir richtig gut gefiel. Dabei sahen wir eine französische Indie-Popband und eine Elektro-/Hiphop-Kombo die vom Auftreten her ein bisschen an die Atzen erinnerte aber nicht weniger gute Stimmung machte. Ziemlich gut also, Wiederholungsbedarf wäre da!
- Mittwoch: Mein heutiger Tag war dann wieder richtig vollgepackt. Um 11 Uhr verließ ich bereits die Wohnung um mich mit einem türkischen Mädel zu treffen, mit dem ich mich im Französisch-Kurs an der Uni angefreundet hatte. Wir trafen uns beim Centre Pompidou, das in erster Linie moderne Kunst ausstellt. Eigentlich wollten wir ja die Roy Lichtenstein-Ausstellung (er macht sowas wie Popart, was ich recht cool finde) sehen, jedoch war die Wartezeit dafür so lange, dass wir uns für die permanente Ausstellung entschieden, die außerdem für unter 26-Jährige gratis ist. Schade dennoch, weil das Lichtenstein-Ding nur noch bis 4. November zu sehen ist, aber vielleicht schaff' ich es ja noch. Danach gingen wir zu einem Kostümladen, der recht nah war (morgen ist Halloween, ich brauch ein Kostüm!). Am Weg dorthin kamen wir außerdem bei einem sogenannten Kiloshop vorbei. Das sind Secondhand- (oder auch "Vintage" wie es so schön heißt) Läden, bei denen man nach Gewicht zahlt. Wiegt ein Teil etwa einen Kilo zahlt man dafür 20 Euro. Cooles, wenn auch eigenartiges Konzept, aber ich wollte mir auf jeden Fall mal ein Bild davon machen. Am Weg zur Metro traf ich dann die österreichischen Mädels und wir fixierten gleich mal die Pläne für Halloween, juhu! Etwas später am Nachmittag traf ich mich mit ein paar ISC-Mädels und wir probierten leckere Makarons bei Laduree sowie die angeblich beste (und echte, weil kein Kakaopulver) heiße Schoko bei Angelina - wenn ich heimkomm' gibt's übrigens erstmal ne ordentliche Diät... Ach und ausklingen ließen wir den Abend schließlich noch in einer Bar. Leider nicht in der, die wir ursprünglich angestrebt hatten, weil eine zu lange Schlange davor war. Das ist übrigens etwas, das mich hier wirklich nervt. Ich glaube ich bin noch nie in meinem Leben so oft in eine Bar/Club/was auch immer nicht hinein gekommen wie hier in Paris. Aber ja, damit muss man sich wohl leider abfinden. Morgen wäre dann wieder einiges geplant, weshalb ich jetzt schleunigst ins Bettchen gehen sollte. Ihr lest bald wieder von mir (wenn ich nicht bald unter Freizeit-Burnout leide haha)... Bis dahin macht's gut! ♥
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